Wie unhöflich von mir

Geistesblitz!

Kein weltbewegender, aber da war er.

Ich war gerade auf dem Heimweg vom Büro und fuhr über den Rhein auf der B256.

Die Gedanken in mir, hielten ihren Kaffeeklatsch.

“Man Micha, die Leute kennen dich doch noch gar nicht und du haust einfach Beiträge raus.”

Mein Kopf fabriziert einiges Gutes, einiges Verrücktes. Doch diese Gedanken treffen den Nagel auf den Kopf.

Ich schreibe dir hier Blogbeiträge zu den verschiedensten Themen und du kennst mich noch gar nicht.

“Wie unhöflich von mir”

Von der B256 fuhr ich jetzt auf die B9 und überlegte mir, wie ich mich am besten vorstellen würde.

Was ist wichtig?

Welche Informationen könnten dich als Leser interessieren?

Auf der rechten Fahrbahn fahrend, zogen mehrere Autos, Firmenbusse und Baustellenfahrzeuge an mir vorbei.

Mir schoss eine Frage in den Kopf:

“Worum geht es bei ArtofRebellion.de?”

Die Kunst sein Leben zu führen!

Was passt da besser zu meiner Vorstellung, als die wichtigen Stationen und Wendepunkte zu beschreiben, mit denen ich mein Leben grundlegend geändert habe.

Bingo!

“Ja, das passt”

Damit konnte ich meine Gedanken beruhigen. Jetzt ging es nur noch darum, die wichtigen Inhalte zu bestimmen und zu formulieren.

Mmhhh …

Männlich, 34 Jahre, 1983 geboren, ledig, wohnhaft in Brohl-Lützing …

ACH! Wen interessiert der demographische Kram?!

RESET! Neustart!

Begonnen hat mein Leben recht normal, bis auf einmal die Familie einen Trend verspürte, dass sich alle scheiden lassen mussten.

So ging auch mein Vater, und mein Bruder und ich bekamen den Stempel “Scheidungskinder” aufgedrückt.

Halb so wild!

Und rückblickend gesehen, war auch alles genauso gut, wie es war…

Später entwickelte ich die Haltung, “Wer weiß, wofür es gut war” und suchte damit immer das Positive in einer Situation.

Interessant ist, dass diese Haltung gerade in einer meiner schlechtesten Phase in meinem Leben entstanden ist, doch dazu später mehr.

Ok, ich muss gestehen, manchmal ist es nicht so einfach, vor allem dann nicht, wenn man aktuell in einer miesen Lage steckt. Doch glaube ich fest, dass alles, was uns begegnet, seinen Sinn im Leben hat.

Allerdings hatte die Familiengeschichte etwas Einfluss auf meine Schulnoten.

Irgendwie waren Dinge wie Inline-Skaten, Hütten bauen oder Kartoffeln aus dem Feld zu grillen, spannender als Mathe oder Deutsch.

Aber hey… Sport habe ich geliebt. Das war mein Ding, noch heute.

Die Schulnoten waren als nicht so dufte und nach meinem Abschluss startete ich meinen Weg in den Beruf mit der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann.

Eine schöne Zeit.

Die Firma war eine schöne große Familie, meine Freizeit verbrachte ich mit Freunden, Mädels oder mit meiner 125er (gedrosselt) auf einer inoffiziellen Cross-Strecke.

Nicht so spannend, nicht wahr?

Interessant wurde es mit 18.

Denn auf einmal, wachte ich vollkommen verwirrt nach 4 ½ Wochen in einem unbekannten Bett auf. Überhaupt nicht in der Lage, irgendetwas selbstständig zu machen, wurde mir doch klar, dass etwas Heftiges passiert sein muss.

Was es wahr? Das erfährst du gleich.

Es ist nicht so, dass mir die ganzen Wochen fehlen, doch sagen wir es so, ich habe sie etwas anders erlebt. Mehr wie ein Film.

Genauer gesagt, in etwa wie der Film “Inception”.

Hierzu erzähle ich dir gerne mehr, wenn wir uns persönlich kennenlernen.

Meine Mutter, die heilfroh und glücklich war, dass ich wieder bei Bewusstsein war, half mir zum Waschbecken.

Der Blick in den Spiegel erinnerte mich an eine Werbung für hungernde Kinder aus der 3. Welt. Mein 180cm großer Körper trug nur noch rund 45 Kilo.

Es waren mal 76 kg gewesen.

Wie heftig das Ganze war, wurde mir bewusst, als eine Ärztin oder Pfleger – ich weiß es nicht mehr genau – zu mir kam und meinte, ich solle meine Lunge trainieren. Diese war durch den Unfall zusammengefallen und musste wieder aufgebaut werden. Auf jeden Fall sollte ich meine Haut an der Brust mit den Fingern packen und sie aus dem Griff wegatmen.

Es ging nicht.

Es war keine Haut vorhanden oder sagen wir Fett oder Muskeln, die unter der Haut waren, die ich hätte greifen können.

Meine Verletzungen waren vielfältig.

Ich kam mir wie ein besessener Punktesammler vor, der für jede Verletzung eine bestimmte Anzahl an Punkten bekommt.

“Yeah, mir dürften nicht mehr viele Punkte fehlen”

Ehrlich gesagt, war es gar nicht so lustig, denn meine Ärzte machten mir klar, dass ich eine 50/50 Chance hatte und hätte ich nicht meine gut trainierte Muskulatur gehabt, dann hätte ich es vermutlich nicht gepackt.

Doch die war weg. Kein Sixpack mehr, kein definierter Bizeps.

Alles weg.

Doch es hat mir das Leben gerettet.

4 ½ Wochen war ich im künstlichen Koma mit unzähligen Verletzungen, einer Blutvergiftung und zeitweise einem Fieber von über 40°, was meine Muskeln und mein Fett verschlungen hat.

Ich habe um die 31 Kilo in 4 ½ Wochen verloren, heftig, nicht wahr.

Aber diese Art von Diät will ich keinem zumuten.

Ich war das ganze Jahr rund 3 Monate im Krankenhaus und anschließend noch in einer Reha.

Keine schöne Zeit, doch eins wurde mir klar.

Das Leben kann ruck, zuck vorbei sein!

Umso interessanter ist es rückblickend zu sehen, dass eine der ersten Fragen nach dem Unfall war:

“Ist mein aktuelles Leben, dass ich lebe, wirklich das, was ich leben will?”

Es war übrigens ein Autounfall.

Aber zurück zur Frage…

Bis dahin, habe ich mir über so etwas nie Gedanken gemacht. Ich hatte viel Spaß in meinem Leben, folgte dem Lauf des Lebens, so wie ich es in der Schule und durch meine Familie gelernt hatte.

Nie hatte ich hinterfragt, ob es überhaupt das ist, was ich wirklich möchte.

Doch mein Unfall hat mich wachgerüttelt.

Und heute?

Sitze ich mit Mario in einem gemeinsamen Büro und schreibe dir, wer ich bin 😉

Dieser Unfall ist keineswegs mein einziger Wendepunkt in meinem Leben. Doch ist es derjenige, mit dem größten Einfluss.

Ich könnte sauer auf mich sein, dass mir so etwas passiert ist, aber warum? Denn dieser Unfall hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin, oder anders…

Er hat mich zudem gemacht, der ich sein wollte.

Noch die Tage habe ich nochmal die Übung mit dem Grabstein gemacht. Kennst du diese?

Du stellst dir in Gedanken vor, was auf deinem Grabstein stehen sollte, wenn du mal nicht mehr sein solltest.

Diese Übung soll keine Angst machen, denn wir haben hoffentlich alle noch viel Zeit vor uns, aber sie soll einen Anreiz geben, vielleicht doch mehr aus uns zu machen.

Ich wüsste, was auf meinem Grabstein stehen würde.

Michael Heinzelmann, ein Mann, der seine Träume und Wünsche verwirklicht hat.

Ehrlich gesagt, ist das ein sehr beruhigendes Gefühl.

Und das selbst, obwohl ich noch einige Ziele habe, ich weiter auf dem Weg bin, mein Leben weiter zu verbessern,

  • Stück für Stück,
  • Schritt für Schritt.

Auf dem Weg dahin, lief nicht immer alles glatt, ganz im Gegenteil.

Alleine, auch im Krankenhaus ging noch einiges drunter und drüber.

Es gab eine Situation, in der eine weitere Operation notwendig gewesen wäre. Bis dato habe ich alles schwarz gesehen. Ich habe immer den Worst Case visualisiert.

Doch bevor es zur Operation kam, bekam ich das Buch “Erfolg durch positives Denken”, das mir zeigte, dass ich in allem, das Gute oder Schlechte sehen kann.

Es hat mich inspiriert und ich entschied mich für die gute Seite und denke mir seitdem, egal, was passiert:

“Wer weiß, wofür es gut ist”

Kennst du hierzu die Geschichte mit dem Bauern?

Ich weiß nicht, ob ich sie noch genau zusammen bekomme, aber den Sinn kann ich dir vermitteln.

Es war einmal ein Bauer, dem sein Sohn immer auf dem Feld geholfen hat. Doch eines Tages fiel der Sohn vom Pferd und brach sich das Bein.

In dieser Zeit, musste er die Arbeit alleine machen. Die Nachbarn kamen und meinten, wie ungünstig das sei, dass jetzt die ganze Arbeit an ihm hängen bleiben würde. Der Bauer meinte nur: Wer weiß, wofür es gut ist”.

Kurz darauf begann der Krieg und alle jungen Männer wurden eingezogen. Mit Ausnahme von seinem Sohn, der mit seinem gebrochenen Bein, keinen Dienst leisten konnte. Die Nachbarn kamen wieder und meinten, was er für ein Glück habe, dass sein Sohn nicht eingezogen wurde.

Der Bauer musste weiter seine Arbeit alleine machen und genau jetzt, lief ihm auch noch das Pferd davon. Wieder kamen die Nachbarn und bedauerten ihn, dass er jetzt noch alles von Hand machen muss. Auch darauf antwortet der Bauer: “Wer weiß, wofür es gut ist”. Tage oder Wochen später kam sein Pferd zurück und brachte viele Wildpferde mit, die er jetzt zähmen konnte.

“Wer weiß, wofür es gut ist.”

Ich musste dann übrigens nicht mehr operiert werden.

Ob diese Tatsache jetzt mit meiner Einstellung zusammenhängt, lasse ich jetzt einfach mal im Raum stehen, doch half mir diese Einstellung, mein Leben umzukrempeln und zu verbessern.

Noch gestern hatte ich mit Mario darüber gesprochen, dass auch diese Situationen, in denen es mal nicht so gut läuft, zur Entwicklung dazu gehören.

Sie prägen deinen Charakter, deine Persönlichkeit. Es macht dich stärker.

Zu dem ein oder anderen Hindernis auf unserem Weg, werden Mario und ich sicherlich auch nochmal, einen separaten Blogbeitrag schreiben 😉

Nach meinem Unfall war mir auf jeden Fall bewusst, dass ich mein Leben in die Hand nehmen muss.

Ich las Bücher, die mir eine positive Grundhaltung bescherten, ich hing eine zweite Ausbildung im IT-Bereich hinten dran, machte mich gleichzeitig nebenbei selbstständig und formte damit meine persönliche Entwicklung.

Auf dem Weg nahm ich viel Wissen durch Bücher, Seminare und Ausbildungen mit. Die Ausbildung zum NLP-Master-Practitioner und dem vorangegangenen NLP-Practitioner haben mir auch sehr viel gegeben.

Es hat meine Einstellung grundsätzlich verändert und mir vor allem dabei geholfen, eine gute innere Kommunikation zu pflegen.

Ehrlich gesagt, ist es so viel, was mein heutiges Dasein geformt hat.

Aber eins war für mich nach dem Unfall klar:

  • Ich wollte mehr.
  • Raus aus dem Hamsterrad.
  • Weg von den Vorgaben vom System.

Und vor allem meinen eigenen Weg gehen.

The Art of Rebellion bedeutet für mich, meine Entwicklung, meine Erfahrungen weitergeben zu können. Ich gehörte zu den Menschen, die fühlen müssen, wenn sie nicht hören wollten und brauchte den Unfall, um anders über mein Leben zu denken.

Mein Wunsch ist, dich mit meinen Inhalten zu inspirieren und dir damit vielleicht einen Ansatz mitgeben zu können, wie du dein Leben verbessern kannst.

Stück für Stück, Schritt für Schritt.

Viel Spaß auf AoR und viele Grüße

Michael

PS: Welche Situationen oder Ereignisse haben dein Leben geprägt und zum Positiven verändert?

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Michael Heinzelmann

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