Meine Morgenroutine: Christian Bosse Olympiatrainer

Eine Morgenroutine, wofür braucht man sowas?

Das hätte ich vor 3 Jahren gesagt. Mittlerweile bin ich von den Vorteilen und Notwendigkeit einer Morgenroutine überzeugt.

Wie kam der Wandel?

Um die Jahreswende 2014 / 2015 hörte ich einen Podcast von Entrepreneur On Fire http://www.eofire.com/ in dem es um das Thema der Morgenroutine ging.

Zu Gast im Podcast war ein sogenannter Hal Elrod, der einen Bestseller zu diesem Thema geschrieben hat „The Miracle Morning“ 

Hal Elrod hat einen sehr guten Job gemacht, ein einfaches Grundgerüst für eine Morgenroutine aufzustellen.

Seine Morgenroutine beinhaltet 6 Stufen

  • Stille (Beten, Meditation, etc)
  • Affirmation
  • Visualisierung
  • Schreiben
  • Lesen
  • Sport

Zusammengefasst geht es darum, durch eine strukturierte Morgenroutine kann man Produktivität und Lebensqualität verbessern.

Meine Einschätzung dazu?

Ich bin überzeugt, dass dies stimmt, aber – ein grosses aber – ich bin nicht davon überzeugt, dass eine 30-minütige Morgenroutine, wie sie im Buch besprochen wird, dass Leben zu einem Selbstläufer macht, und Glück und Erfolg einfach so auf einen zukommen.

Ich denke dafür muss man selbst das Glück in die Hand nehmen und eine Morgenroutine kann dabei unterstützen (nicht mehr, nicht weniger).

Was will ich damit sagen?

Ganz deutlich, in meinem Empfinden verspricht der Autor in seinem Buch zu viel und ordnet die Morgenroutine nicht in richtigen Kontext ein.

Ich denke die Idee, wie sie zum Beispiel auch in dem Buch „The Secret“ postuliert wird „ich setz mich mal ‚ne Runde in die Ecke und wünsch mir was ganz dolle und dann kommt’s von selbst“ lässt sich sicherlich gut verkaufen, weil das jeder gerne möchte, ist allerdings irreführend.

Was heisst das für meine Morgenroutine?

Meine Morgenroutine soll meinen Tagesablauf unterstützen, die Morgenroutine ist nicht Selbstzweck, von daher halte ich sie auch relativ kurz, damit ich genug Zeit habe die wichtigen Tasks abzuarbeiten.

Von daher muss ich die Morgenroutine in den größeren Kontexts meines Tages einordnen.

Ein Satz aus Podcast mit Hal Elrod hat mich zum Nachdenken gebracht „You can get more done before 09:00 AM, then the rest of the world after 09:00 AM.“

Ist das wirklich wahr?

Keine Ahnung, ich glaube es geht eher um das Prinzip, von daher beginnt mein um 04:30.

Da ich einen Vollzeit Job habe und eine wunderbare Familie, die die zeitlichen Rahmenbedingungen für meinen Tag vorgeben, muss ich mir die Zeit schaffen, um an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Meine Energie und kognitiven Fähigkeiten sind morgens viel höher, als Abends, von daher war es ein logischer Entschluss den Tag früher zu beginnen.

Also, entweder ich wecke meine Kinder um 07:00 Uhr oder mein Arbeitstag beginnt um 08:00 Uhr (ich habe wechselnde Arbeitszeiten) und ich muss um kurz nach 07:00 Uhr das Haus verlassen. Das heisst ich habe ein Zeitfenster von 04:30 – 07:00 Uhr, um die wichtigsten Dinge für mich zu erledigen.

Zum zeitlichen Ablauf meiner Morgenroutine, ich habe einige Elemente von Hal Elrod übernommen, aber nicht alle, da das Ziel meiner Morgenroutine ist, dass ich den größtmöglichen Nutzen in minimaler Zeit haben möchte.

Schritt 1: Meditation

Ich habe viel mit Meditation ausprobiert und so rightig gut klappt’s immernoch nicht, aber ich werde immer besser.

Ich habe angefangen mit einer Meditation, die ich mir bei Mindvalley herunterladen konnte, dann habe ich einige verschieden Meditationen von Oprah Winfrey und Deepak Chopra ausprobiert aber das hat mir alles zu lange gedauert, ich hab einfach nicht die Ruhe (und Zeit) 20 Minuten zu meditieren, exklusive „Vorbereitung und Nachbereitung“.

Wirklich geholfen hat mir letztendlich meine wunderbare Frau, die mir erklärt hat man kann auch kürzer meditieren und schon 5 Minuten reichen, wenn man es richtig macht.

Für diejenigen, die mehr wissen möchten, sie hat einen Kurs zu diesem Thema veröffentlich hat

Da meine spirituelle Seite auch weiterhin noch etwas Unterstützung nötig hat, benutze ich zusätzlich eine Applikation welches die Gehirnaktivitäten mit eine Kopfband misst und mir direktes Feedback gibt.

Hier ein Beispiel einer guten Einheit:

Ich habe meine Meditation auf 7 Minuten limitiert, dass scheint im Moment die optimale Zeitdauer für mich zu sein.

Schritt 2: Schreiben

Ich benutze das „Five Minute Journal“ , gibts auch als App

Auch hier bekomme ich für mein Gefühl den grössten Wert, bei minimalem Zeiteinsatz.

Morgens schreibt man:

  • 3 Punkte auf für die man dankbar ist
  • 3 Ziele für den Tag
  • eine Affirmation

Am Abend kann man dann den Tag revue passieren lassen und schreibt das noch dazu.

Das heisst mit dem „Five Minute Journal“ hab ich dann bereits die Punkte Schrieben, Affirmation und Visualisierung von Hal Elrod abgehakt 😉

Schritt 3:

Hal Elrod empfiehlt lesen, doch dafür fehlt mir die Zeit, das hole ich auf dem Weg zur Arbeit im Zug und Bus nach.

Die grundsätzliche Idee hinter dem Lesen ist, sich weiterzubilden. Hier verbinde ich das Notwendige mit dem Nützlichen.

Ein wichtiger Teil meines Morgens ist mein doppleter Espresso auf Eis. Das habe ich entdeckt, als ich als junger Student ein Auslandssemester in Spanien gemacht habe (cafe con hielo).

Der Espresso wir mit Liebe und einer Cafeteria zubereitet und dann genüsslich getrunken. Zubereiten und Verzehr dauern 15 – 30 Minuten.

Genug Zeit, um den Computer aufzustellen und sich eine Lektion des 6 MBC anzusehen oder auch ein Video auf Youtube. Meine Favoriten:

Um einige zu nennen.

Der Teil Sport ist nicht Teil meiner Morgenroutine, Sport mache ich dann im Laufe des Tages.

Die gesamte Morgenroutine dauert ungefähr 30 – 40 Minuten und nachdem ich meinen Espresso getrunken habe und etwas neues gelernt habe geht es an die Arbeit.

Wie ich oben sagte, habe ich einen Vollzeit Job und nutze den Morgen für meine eigenen Projekte, dass heisst ich habe ungefähr 90 Minuten, um etwas zu tun.

In dieser Zeit konzentriere ich mich darauf „deep work“ zu machen, der Begriff kommt aus dem Buch Deep Work und bezieht sich auf Arbeit die hohe kognitive Anforderung und Zeit benötigt.

Ein Game-Changer für mich war sicherlich das Buch „The Four Hour Work Week“ , Tim Ferris legt auf einzigartige Weise offen, mit welchen Absurditäten man sich selbst beschäftigt, als auch wie man beschäftigt wird.

Einer der Sätze der mir bis heute im Gedächtnis ist „The world has agreed to shovel papers from 09:00 – 17:00.“

Das Buch ist voll von Aussagen und Fragen wie dieser, wo man erstmal da sitzt und sich vor den Kopf gestossen fühlt oder die einen wirklich zum Nachdenken anregen, wie zum Beispiel „Wie kann ich mehr schaffen in weniger Zeit?“.

Ich denke das finden der richtigen Tasks für den Morgen ist ein kontinuierlicher Prozess. Auf jeden Fall halte ich mich an die Dinge die Zeit und Konzentration erfordern und wenn ich sie morgens nicht mache, werden sie wahrscheinlich an diesem Tag nicht gemacht, da man mit anderen Dingen beschäftigt ist oder auch beschäftigt wird.

Dinge die anscheinend wichtig sind (Emails, SMS oder WhatsApp beantworten, Telefonate, etc) werden auf die zweite Hälfte des Tages und Abend verschoben.

Abschliessende Gedanken zur Morgenroutine.

Ist meine Morgenroutine perfekt?

Ganz bestimmt nicht, aber sie hat sich zu etwas entwickelt welches mir ein gutes Fundament für den Tag schafft.

Schaffe ich genug am Morgen?

Leider nicht, ich denke ich schaffe nicht mehr vor 09:00 AM, als andere Leute nach 09:00 AM, aber ich kriege schon einiges geschafft.

Hat die Morgenroutine mein Leben verändert?

Keinen Ahnung, aber ich fühle mich ausgeglichener und habe gemerkt, dass Elemente der Morgenroutine meinen Fokus & Produktivität verbessert haben (Meditation, Ziele aufschreiben und reviewen).

Ich habe für mich entdeckt, dass eine Morgenroutine ein wichtiger Teil eines grösseren Ganzen ist.

ÜBER CHRISTIAN BOSSE (von Mario):

Christian Bosse ist Strenght und Conditioning Coach. Er trainiert niederländische Olympioniken. Er bereitet sie auf deren größtes Event des Lebens vor.

Wir lernten uns, aufgrund seiner Coachinganfrage kennen. Schnell haben wir gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge schwingen. Daraus wurde, mit der Zeit, ein engere Zusammenarbeit, bis hin zu einem gemeinsamen Projekt.

About the author

Mario Burgard

Ein geradliniger Lebenslauf ist anders. Aber eines wusste er immer: Er will frei sein. Das brachte ihm jedoch, jahrelang, nur Ärger und - im wahrsten Sinne des Wortes - Unfreiheit ein. Bis er, letztlich, den Schlüssel zur Freiheit und einem erfüllten Leben fand. Heute ist er Familienvater und glücklicher Ehemann, hat drei Kinder, Hund, Katze und Fische. Außerdem ist er Werbetexter und Unternehmer.

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