Es ist hart und ich dachte, ich hätte es verloren

Ich bin mir noch unsicher, ob meine Überschrift gut gewählt war 😉

Vielleicht verleitet sie dazu, etwas anzunehmen, worüber ich gar nicht schreiben werde. Denn das Thema, um das es heute geht, hat nichts mit meiner Libido zu tun, obwohl …

… es auch unterstützend wirkt.

Dazu später mehr.

Kommen wir zu dem, wo ich wirklich hin möchte.

Es geht mir um eine Situation, die mir zeigt, wie sehr falsche Glaubenssätze und Bilder im Kopf unsere Wirklichkeit verzerren und wie einfach wir diese auflösen können.

Kennst du vielleicht die Situation, dass du früher etwas gerne gemacht hast. Eine Tätigkeit oder ein Hobby, dem du mit Leidenschaft nachgegangen und in dem du voll und ganz aufgegangen bist?

Oft hatte ich den Gedanken:

“Früher hätte jemand sterben müssen, damit ich aufhöre und egal was war, dafür war immer Zeit”

Ok, vielleicht klingt es etwas heftig, aber früher gab es wirklich sehr wenig, was mich zum Aufhören bewegt hätte.

Und heute?

Noch letztens dachte ich mir:

“Wie kann diese Leidenschaft von früher weg sein. Als wäre sie gar nicht mehr vorhanden.”

Kennst du das vielleicht auch von dir?

Mir ging es so, mit dem Training mit schweren Gewichten.

Dabei ist es nicht so, dass ich keinen Sport gemacht hätte. Jeden Morgen bin ich in meinem Keller und kombiniere Cardio und Kraftausdauertraining.

Doch es ist nicht das Gefühl, welches ich früher dabei hatte.

Der Aspekt diente mehr der Gesundheit und um meine Fitness beizubehalten.

Vielleicht dachte ich mir:

“Das muss so sein. Als Unternehmer muss ich den Fokus auf die Dinge legen, die mir gute und schnelle Ergebnisse bringen”.

Ein netter Glaubenssatz, nicht wahr?

Naja, wie so oft, können uns unsere Glaubenssätze doch ziemlich fehl leiten, wenn sie nicht zu unserem wahren Selbst passen.

Gott sei Dank, gibt es dieses Projekt …

Nochmal kurz zusammengefasst. Nahezu jeden Morgen bin ich im Keller, fahre Fahrrad und trainiere meist mit der Langhantel oder im Stil von Freeletics.

Daneben trainiere ich einmal pro Woche meine Muskeln per elektrischer Stimulation (EMS).

Ich kann also nicht behaupten, unfit zu sein.

Doch durch ein Projekt von uns, bei dem im März die Videoproduktion beginnt, wollte ich vor der Kamera noch etwas fitter aussehen 😉

Der subtile, aber freundliche Arschtritt der Projekt-Mitglieder motivierte mich, meinen Keller aufzurüsten.

“Ich brauche mehr Gewichte, eine Hantelbank und ein Gestell für Klimmzüge”

Gesagt, bestellt ….

Ein Paket nach dem anderen traf ein.

Ich hatte etwas Angst, was wäre, wenn es doch nicht mehr so ist, wie früher.

Kennst du das vielleicht selbst?

Ich habe es oft bei Filmen erlebt.

Früher waren diese einfach genial und heute fragt man sich manchmal:

“Mein Gott, wie konnte ich so etwas früher gut finden”.

Auch mit Anfang 20 hatte ich so ein Erlebnis. Als Jugendlicher war ich aktiver Leichtathlet: Sprint, Weitsprung und Hochsprung.

Meine Lieblingsdisziplinen, in denen ich auch sehr gut war.

So, zumindest die Erinnerung, als ich mit 20 die Betreuung einer Leichtathletik Kindergruppe übernahm. Mit zwei Trainerkollegen stand uns durch die Arbeit alles zur Verfügung.

Nach dem Training der Kids stand uns das ganze Equipment und natürlich ein Sportplatz für eigene Zwecke, zur Verfügung.

Die Startblöcke für den Sprint aufgebaut und kurz darauf starten wir unseren ersten Lauf …

“Geil, was für ein Gefühl”

Ich laufe wie früher. Noch immer haben meine Beine die Power und schieben mich brachial nach vorne.

10 Meter, 20 Meter, 30 Meter, 60 Meter …

Moment …

“Was passiert hier gerade”

Mir geht die Puste aus… meine Muskeln haben keine Power mehr.

Die Kraft verschwindet und ich fühle mich vom Tempo her wie ein Ausdauerläufer, als ich die letzten 40 Meter laufe.

In meinen Gedanken sah das anders aus 😀

Klar, ich war gar nicht mehr im Training. Doch das Bild im Kopf hatte mir etwas anderes gezeigt, als es in Realität war.

Der Angst zum Trotz baute ich in meinem Keller die Bank zusammen, hing das Klimmzug-Gerüst auf und bestückte mir meine Hanteln.

Alles klar!

“Wir sind heute vernünftiger als früher”

Also, erstmal das Warm-up.

10 Minuten Cardio, davon 6 Minuten im Tabata-Stil.

Das Warm-up hinter mir, stehe ich jetzt vor dem ganzen Trainingsequipment.

Ich schnappe mir die Kurzhanteln und starte mein Training. Mit einem groben Plan im Kopf, einfach drauf los.

Die Hanteln hatten ein gutes Gewicht und was soll ich sagen…

Heute, 3 Wochen später bin ich so froh, dass ich einfach wieder angefangen habe und mich nicht davon abschrecken ließ, dass es vielleicht nicht mehr so ist wie früher und es zu viel Zeit kosten könnte.

Und mit jeder neuen Trainingseinheit wird mir eins immer wieder bewusst.

Ich habe es wirklich vermisst.

Wie konnte ich es überhaupt aufgeben? Vor allem, wenn es mir doch so einen Spaß gemacht hat?

Ich schätze, weil es nicht in mein Bild gepasst hat. Irgendwie habe ich zugelassen, dass mein Unterbewusstsein ein verzerrtes Unternehmer-Bild abgespeichert hat, dem ich wohl entsprechen wollte.

Alles musste zeitsparend sein. Der Fokus hauptsächlich auf die Arbeit.

Doch dieses Bild ist für mich falsch. Es entspricht nicht meiner Art, meiner Persönlichkeit. Wie so oft, habe ich die Bestätigung dafür bekommen, dass es gilt, seinen eigenen Weg zu finden.

Und soll ich dir was sagen: Diese Art von Training passt für mich genauso gut in meinen Tagesablauf, wie das vorherige.

Mit einem einzigen Unterschied…

Ich bin jetzt wieder mit der gleichen Leidenschaft beim Training, wie ich es in meinen jungen Jahren war und das ist für mich einfach unbezahlbar.

Ok, ich bin ehrlich, die ersten Tage, war der Muskelkater so heftig, dass ich mich kaum bewegen konnte 😉

Aber das habe ich nur zu gern hingenommen.

Denn obwohl, ich viel Energie in das Training gebe, ernte ich damit viel mehr Energie für meine Arbeit.

Achso … wegen der Libido.

Schweres Hanteltraining fördert die Produktion von Testosteron, welches ja dafür bekannt ist, das sexuelle Verlangen zu erhöhen. Damit ist der offene Punkt von oben auch beantwortet 😉

About the author

Michael Heinzelmann

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