Wie du mit kollektiven Erinnerungen Gefühle in deinem Verkaufstext auslöst.

Es ist einfach ein peinlicher Moment und niemand kann sich wirklich davor schützen. Das hat Plastik nun mal so an sich.

Du stehst da… Der Wagen ist voll bis oben hin… Hinter dir die übliche lange Samstagmittag Schlange. Irgendwie hat bei dem Trubel keiner so richtig Lust einzukaufen. Schon gar nicht, wenn da einer steht und den gesamten Einkaufswagen bis oben hin vollgepackt hat.

Samstags kommt das aber nicht selten vor.

Da stehst du also nun, ein wenig unangenehm ist es ohnehin wenn hinter die Dame mit ihren drei Teilen ungeduldig wird. Sie sieht aus, als müsse sie arbeiten…

“Zahlen Sie bar oder mit Karte?”
“Mit Karte, bitte.”
“Bitte jetzt die Karte einstecken und Geheimzahl eingeben.”

Dann kommt der Moment höchsten Bewusstseins… “Karte abgelehnt.”

In dem Moment bist du sofort im Hier und Jetzt. Direkt schaltet dein Körper auf höchste Aufnahmebereitschaft um. Dir werden die Menschen in der Schlange bewusst. Hat da jemand hämisch gegrinst?

“Versuchen Sie es bitte noch einmal.”

Du ziehst die Karte raus wischst etwas über den Magnetstreifen und steckst sie wieder in den Slot.

“Bitte geben Sie ihre Geheimzahl ein.”

Deine Gedanken rotieren. “Scheiße, Mann. Hätte ich doch vorher Geld geholt.” Mit 20 Euro im Portemonnaie kannst du keinen 180 Euro-Einkauf bezahlen.

Der Schweiß auf der Stirn. Eigentlich ist es ja gar nicht so schlimm. Es ist wohl so gut wie jedem schon mal passiert. Plastik ist Schrott. Vielleicht solltest du einfach nicht mehr die Geldbörse in der Gesäßtasche deiner Jeans mit dir rum tragen.

Beim Autofahren stört es eigentlich die ganze Zeit und Diebstahlgefahr besteht auch… Naja, die Macht der Gewohnheit…

Gedanken schießen durch deinen Kopf: “Scheiße, schon die zweite Karte in einem halben Jahr.”

“Karte abgelehnt.”

Es ist wirklich interessant. Es ist wirklich so… Beinahe jeder hat das so ähnlich schon mal erlebt und zumindest hat beinahe jeder schon mal so jemanden vor sich an der Kasse gehabt. Und trotzdem können sich einige ihre Schadenfreude nicht verkneifen.

Menschen sind Raubtiere…

Es bleibt dir nichts anderes übrig, als geteert und gefedert deinen vollen Einkaufswagen beiseite zu schieben und Geld abzuheben. Bei Aldi ist halt nix mit Kreditkarte zahlen:)

Kennst du eine solche Situation?

Ich bin jetzt 36 Jahre alt. Mir ist es selbst schon ein paar Mal passiert und nicht nur weil ich meine Karte kaputt gesessen hatte:)

Während meiner 36 Jahre habe ich es so häufig schon gesehen und ich bilde mir ein es in letzter Zeit immer häufiger zu sehen… Geht es dir ähnlich? Auch schon mal an der Kasse gestanden mit zu wenig Geld in der Tasche, oder das blöde Plastik funzt auf ein mal nicht mehr?

Du kannst machen was du willst… Es ist peinlich auch wenn du noch so abgekocht bist, ein Gefühl löst es trotzdem aus!!

Und GENAU das ist, was ich eine “kollektive Erinnerung” nenne.

Sie sind extrem leicht zu identifizieren. Und jede Nische und in jedem Markt in jeder Zielgruppe findest du diese “kollektive Erinnerungen” (TM):)

Wenn du eine solche Geschichte wie gerade für deine Nische erzählen kannst, bekommst du deinen Leser oder derjenige, der sich dein Video anschaut einen besonderen Bewusstseinszustand.

Er kann sich an diese Situation erinnern. Er kann es sich vorstellen. Dadurch schaltest du seine Ratio, also die Fähigkeit logisch und rational zu Denken, ab. Du bringst ihn so zu sagen in seine rechte Hirnhälfte.

Der Bereich in dem unsere Vorstellungskraft liegt. Das ist deshalb wichtig, weil wir erreichen wollen, dass unsere Leser weggehen vom “emotionslosen” darüber nachdenken, in ein gefühlvolles “sich-vorstellen” und nachempfinden.

Denn in der Empfindung ist was? Jap, mein durchtriebener und schlauer Leser, du hast es erfasst!

Da stecken die Gefühle! Da ist, wo der Kauf stattfindet. Bist du jetzt schon Stammleser meiner Beiträge? Dann solltest du ja jetzt bereits wissen, dass der Kauf immer emotional stattfindet! Ein Kauf ist nie rational!

Wie schon versprochen: Jeder Markt hat seine eigenen “kollektiven Erinnerungen”.

Dein Verkaufstext sollte im besten Fall eine kleine Story mit einer solchen enthalten. Denn dann bekommst du deinen Leser in den Zustand, denn du brauchst um dein Produkt zu verkaufen.

Nehmen wir den Bereich “Abnehmen”.

“Welcher Übergewichtige kennt nicht das Pfeifen wie von einem Dampfkessel, beim Binden der Schuhe?”

Nehmen wir den Bereich “Dating”.

“Welcher Mann in der Zielgruppe kennt es nicht? Den unbedingten Wunsch sie anzusprechen. Wie sie da sitzt… So hübsch und wie sie lächelt… Und diese gewaltige Angst vor Ablehnung. Die Blockade und das Gefühl versagt zu haben am nächsten Morgen.”

Nehmen wir den Bereich “Geld verdienen/ Reich werden”.

“Wer kennt nicht Situationen im Einkaufsladen an der Kasse, wenn die Karte….” ach… hatten wir schon!

Kollektive Erinnerungen haben Macht! Und ich wette du kannst es bereits jetzt schon fühlen und stimmst mir zu!

Wenn du für deine Nische eine solche Erinnerung findest und sie als kleine Story einsetzt, holst du deine Zielgruppe direkt beim Gefühl ab.

Aber!

Nicht blind eine Story wählen… Vorher sollst du was tun? Jap, mein ewiges Mantra. Mache deine Zielgruppenanalyse… Vielleicht findest du etwas brandaktuelles. Möglicherweise sogar noch mit einem aktuellen Ereignis verbunden. Also eine Nachricht aus dem öffentlichen Interesse zum Beispiel.

Ein klein wenig Fingerspitzengefühl und du wirst solche Dinge finden.

Like mich, wenn ich dir hiermit helfen konnte:)

  • Christoph Gruhn

    Mario, das ist wieder mal ein Hammerartikel! Einfach genial geschrieben und es rührt auch an meiner “kollektiven Erinnerung” – weswegen ich immer mehr Bargeld als der Einkauf ausmacht in der Tasche habe ;)

    • http://www.w3effekt.de/ Mario Burgard

      Haha, ja da sagst du was. Ich fahre vorm einkaufen auf die Bank und seh nach dem Rechten. LOL

  • http://www.facebook.com/bberni52 Bernd Beutel

    Sehr gut beschrieben.

  • http://www.facebook.com/thomas.gunia Thomas Gunia

    Hi Mario, das Gefühl mit der Karte kenne ich auch. Hab´s aber bis gerade verdrängt. Verdammt peinlich. ;-)
    Wie immer ein super Artikel.

    • http://www.w3effekt.de/ Mario Burgard

      Hallo Thomas, genau da liegt da auch die Würze einer solchen Story. Es ist bereit sehr vielen passiert. Und deshalb schreibe ich ja auch kaputte Karte. Denn es gibt Menschen, die das erlebt haben, weil die Karte nicht funktioniert hat.

      Gerade bei Kreditkarten ist das früher häufig vorgekommen. In der Tanke hast du dann so ganz schlaue Aktionen erlebt, wie Tesafilm auf den Magnetstreifen und danach konntest du das Ding ganz wegwerfen.

      Hier will ich nicht in die gänzlich in die Scham, weil es nicht um Geldsorgen und Geldprobleme gehen soll, sondern nur um das Nachempfinden der Situation.

      Ein Ziel hier, ist das Gefühl des “Schmerzes” hochzuholen. Den Schmerz, den der Leser zukünftig um jeden Preis vermeiden will.

      Und das ist, wie Christoph in einem Kommentar vorher schon gesagt hat: Bargeld mitnehmen.

      Ich kaufe ausschließlich mit Bargeld ein. Mir ist sowas schon ziemlich peinlich, denn die Leute in der Schlange tun was?

      Denken automatisch:”Der Typ hat keine Kohle die arme Sau.”

      Stell dir vor, dass passiert dir mit Anzug und Krawatte! Ist mir genau so passiert:)

      Dann siehst du schadenfrohes Grinsen.

      Danke für dienen Kommentar:)

  • Markus Mösenmeier

    Tja was soll man dazu sagen? Ich zitiere hier den guten Satz:”Nur Bares ist wahres”! Außerdem macht man sich mit der Karte abhängig und kontrollierbar. Mir persönlich gehen die Leute auf die Nerven die im Supermarkt wegen ein paar Euro eine Karte benutzen.